Entwickler für den Großrechner sind schon heute rar. In den nächsten fünf Jahren gehen fast die Hälfte der Mainframe-Spezialisten in Pension. Nachwuchskräfte haben deshalb hervorragende Karriereaussichten. Einer Umfrage von Vanson Bourne zufolge gehen in den kommenden fünf Jahren 40 Prozent der IBM-Mainframe-Spezialisten in Pension und fördern so die Nachfrage nach jungen Informatikern im Bereich z/OS.
Während Aufstiegschancen in der klassischen EDV eher bescheiden sind, ergeben sich durch das Ausscheiden von Mainframe-Spezialisten aus dem Arbeitsleben gute Karriereperspektiven für junge Nachwuchskräfte. Einer Umfrage der Marktforscher von Vanson Bourne im Auftrag von Compuware zufolge gehen in den kommenden fünf Jahren 40 Prozent der Grossrechner-Programmierer in Pension. Es entsteht eine weltweite Nachfrage nach Experten, denn in Australien, Europa, Japan und den USA fehlt nach Aussage von 520 CIOs der Nachwuchs.
Den Junginformatikern gibt die Studie gute Argumente an die Hand, um eine Fortbildung ihren Vorgesetzten gegenüber zu begründen. So befürchten 71 Prozent, dass sich der künftige Fachkräftemangel im Mainframe-Bereich negativ auf das Unternehmensgeschäft auswirkt. Die Mehrheit erwarten ausserdem ein höheres Risiko für die Verfügbarkeit von Applikationen (58 Prozent), eine geringere Produktivität (58 Prozent) und zunehmende Budgetüberschreitungen (53 Prozent).
Gutes Gehalt in Aussicht
Dass sich die Mainframe-Schulungen als nutzlos erweisen, ist gemäss der Umfrage nicht zu erwarten. 78 Prozent der IT-Bereiche werden in den kommenden zehn Jahren nicht auf Grossrechner-Applikationen verzichten. Damit zählen erfahrene Entwickler zu den geschäftskritischen Vermögenswerten in Unternehmen. Dies sei laut Compuware allein daran erkennbar, dass fast die Hälfte (43 Prozent) der Betriebskosten für Mainframes für das Personal aufgewendet werden. Damit ergeben sich für die Nachwuchskräfte auch gute Verdienstmöglichkeiten.
Dass der Einstieg von Junginformatikern mit Zusatzkosten verbunden ist, wissen die CIOs. Auch wenn zunächst gut bezahlte Angestellte ausscheiden und dadurch das Budget sinkt, rechnen 70 Prozent doch mit Mehrinvestitionen: Diese entstünden, weil weniger erfahrene Entwickler mehr Zeit für die Grossrechner-Programmierung benötigten und auch die Fehlerwahrscheinlichkeit steige. Herbert Gettert, Regional Sales Director DACH bei Compuware, sieht dringenden Handlungsbedarf nicht nur auf der Seite des Nachwuchses: “Unternehmen müssen schnell handeln, um das Problem des Brain Drain im Mainframe-Umfeld einzudämmen. Nur so können sie steigende Kosten und Ausfälle vermeiden.”.
Quelle: Computerworld.ch